Studien-Recherche 2015-1

28.02.2015

Neue Studien zur Wirkung nicht-ionisierender Strahlung (Mobilfunk)
auf Spermien, Hoden, Embryos & Gehirn.

Studien zur Wirkung der nicht-ionisierenden Strahlung auf Spermien und Embryos haben große praktische Relevanz, da die Strahlungsbelastung durch die körpernahe Dauernutzung durch Smartphones und Tablets drastisch angestiegen ist. Im letzten halben Jahr wurden weitere Studien veröffentlicht, die Spermienschädigungen als auch pränatale Schädigungen nachweisen. In dieser Ausgabe besprechen wir zehn neue Studien zu diesen Endpunkten, fünf, die direkte Spermienschädigungen behandeln, zwei, die Auswirkungen auf Hoden und drei, die pränatale Wirkungen nachweisen.

Die Studien zu Spermien weisen negative Einflüsse auf die Überlebensrate (Anzahl vitaler Spermien) nach ( Adams, Ghanbari, Kumar), auf die Beweglichkeit (Anzahl motiler Spermien) (Adams, Ghanbari, Gorpinchenko), oxidativen Zellstress ( Adams, Ghanbari, Kumar, Liu), auf die Antioxidans-Kapazität (Adams, Ghanbari), und Schädigungen des Ergutes / DNA (Adams, Gorpinchenko, Kumar, Liu). Über degenerative Veränderungen der Hoden berichten drei Studien: Auswirkungen auf die Zellteilungsrate (Al Damegh), oxidativen Zellstress (Al Damegh, Hanci), Gewebeveränderungen (Hanci). Die Arbeiten von Gorpinchenko, Kumar, Liu , Hanci stellen fest, dass DNA - Veränderungen oder auch DNA-Strangbrüche in der bestrahlten Gruppe signifikant erhöht waren, was auch zu einer malignen Entartung der Zelle (Krebs) führen kann.

Neue Ergebnisse zur pränatalen Wirkungen, also Auswirkungen der Handynutzung von Schwangeren auf das Embryo

Neue Studien weisen Auswirkungen auf das Embryo durch Zellstress und Veränderungen von Blutparametern (Ozgur) nach, hemmende Auswirkungen auf die Entwicklung des Neuralrohrs und erhöhte Apoptoserate (Umur). In embryonalen Stammzellen wurde durch 1800 - MHz Strahlung (UMTS) das Längenwachstum von Neuriten im Gehirn gehemmt (Chen).

So ergab z.B. die Untersuchung von Hanci et al., dass die Mobilfunkstrahlung sich schädlich auf die Nachkommen im Mutterleib auswirkt, weil der Kreislauf der Feten über Uterus und Plazenta mit dem mütterlichen Kreislauf verbunden ist, und der oxidative Stress im Blutplasma der Nachkommen signifikant erhöht war. Die Bestrahlung bewirkt eine vorgeburtliche Schädigung der Hoden. Da die Samenkanälchen geschädigt sind kann man schließen, dass die 900-MHz-Strahlung die Entwicklung der Samenzellen nach der Geburt beeinträchtigt, wenn die Felder vor der Geburt eingewirkt haben.

Die Studie von Chen et al. stellt hemmende Einflüsse auf die Gehirnentwicklung fest. Das Längenwachstum der Nervenzellfortsätze (Neuriten) der aus den Stammzellen entstan­denen Nervenzellen und die Anzahl der Verzweigungen der reifen Neuronen waren nach 3 Tagen der Bestrahlung mit 4 W/kg signifikant vermindert. Das kann, so die Autoren, ein wichtiger Angriffspunkt der Mobilfunkstrahlung auf die Entwicklung des Gehirns sein. Fast alle Studien führen das Schädigungspotential auf einen Wirkmechanismus zurück: Oxidative Zellschädigungen (Lipidperoxidation, ROS), Unterdrückung der Antoxidantien. Sie bestätigen die Metastudie des ECOLOG-Institutes „Unfruchtbarkeit beim Mann als mögliche Folge der Nutzung von Mobiltele­fonen“ von Hartmut Voigt im EMF - Monitor 5/2011 sowie auch die grundlegenden Ausführungen von Desai et al.: Pathophysiologie der Mobilfunkstrahlung: Oxidativer Stress und Karzinogenese mit dem Studienschwerpunkt auf dem männlichen Fortpflanzungssystem von 2011, zum Download auf
http://mobilfunkstudien.de/dokumentationen/d-f/desai-pathophysiology-of-cell-phone-radiation.php

Zu den Auswirkungen von Mobilfunkbasisstationen sind zwei neue Studienerschienen(Shahbazi-Gahrouei 2014; Alazawi 2011), deren Ergebnisse wir wiedergeben. Summarys der meisten Studien können auch in der Referenzdatenbank EMF-Portal nachgeschlagen werden.

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