Mosgöller

Untersuchung athermischer Wirkungen elektromagnetischer Felder im MobilfunkbereichForschungsbericht 2009 (ATHEM)
Auftraggeber und Finanzierung: Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA), Wien
Medizinische Universität Wien
Seibersdorf Labor GmbH
Mosgöller

0,1 SAR

Untersuchungen am Menschen
Bei den Untersuchungen an gesunden menschlichen Probanden wurden Auswirkungen von Feldern des GSM-900 und der UMTS-Technologie doppelblind untersucht, durchwegs bei Feldstärken unterhalb der aktuellen Grenzwerte. Einige Ergebnisse bestätigten internationale Untersuchungen; andere waren neu, die wichtigsten sind:Zunehmende Veränderungen des EEG im Alpha-Spektrum.Es war der Effekt ab ca. 5-10 Minuten Exposition, und50 Minuten nach Ende der Exposition feststellbar.Unter Exposition fand sich eine schnellere Reaktionszeit, allerdings auf Kosten der Richtigkeit von Entscheidungen; es fielen insbesondere die Reaktionszeiten bei falschen Antworten etwas kürzer aus.Die Untersuchungen zeigten, dass Reaktionen des Zentralnervensystems auf die Exposition mit schwachen Mikrowellen (0,1 W/kg oder 1 W/kg), wie sie beim Mobilfunk auftreten, möglich sind und die Veränderungen sogar nach Expositionsende anhalten. Die Bedeutung der Befunde liegt aber darüber hinaus darin, dass die Effekte, bei Annahme von nur thermischen Wirkungen - und darauf beruhen die derzeit geltenden Grenzwerte - gar nicht auftreten dürften.
Somit sind diese Effekte ein weiterer Beweis der Existenz athermischer Wirkungen.

Untersuchungen von Proteinen
Für Experimente zur Proteom-Analyse kamen teilweise die gleichen Zellen (Bindegewebszellen
und Lymphozyten) wie bei früheren Untersuchungen zu DNA-Schäden zur Anwendung
[Diem, et al., Mutation Research, 583, 178-183, (2005); REFLEX, European Union Project
QLK4-CT-1999-01574, http://www.verum-foundation.de, (2004); Schwarz et al.,
Int.Arch.Occup.Environ.Health 81:755-767, (2008)].
Es bestätigte sich die Annahme, dass es empfindliche und unempfindliche Zellen gibt. Bei
den Bindegewebszelllen wurden strahlenbedingte Effekte gezeigt, die bei den Lymphozyten
nicht deutlich auftraten. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen wurde nicht nur die Proteinmenge in der Zelle untersucht, sondern die Neubildungsaktivität (Synthese) unter Exposition.
Dabei wurde erstmalig gezeigt, dass die Exposition zu Mobilfunkstrahlen eine deutliche
Veränderung im Proteinsynthese-Profil bewirkt. Die gefundenen Effekte sind bei der Exposition
mit SAR 2 W/kg reproduzierbar und statistisch hoch signifikant, sie treten bereits bei einer SAR von 0,1 W/kg auf, also bereits bei niedrigen Feldstärken. Die Aktivierung der Proteinsynthese ist ca. 4 Stunden nach Expositionsbeginn messbar vorhanden. Da die Erwärmung von der Anlage konstant gehalten und aufgezeichnet wurde, und in dieser Zeitspanne keine erfassbaren Temperatur Veränderungen auftraten, schließt dies ebenfalls einen thermischen Effekt aus, zumal die Temperaturerhöhung in den bestrahlten Proben extrem niedrig war. Die erhöhte Syntheserate bildet sich nach Expositions-Ende innerhalb von 2 Stunden zurück, die Proteinsynthese erreicht dann den normalen Zustand. Eine Dynamik, die ebenfalls mit „thermischen“ Wirkungen kaum erklärbar ist.

Deutsche Zusammenfassung

Athem: siehe Orginaltext bei Dokumentationen und Brennpunkt Diagnose-Funk >>>

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