Hardell/Sage: Biologische Wirkungen

Biologische Wirkungen durch Exposition mit elektromagnetischen Feldern
im Kontext der gesetzlichen Expositionswerte

Lennart Hardell (1) , Cindy Sage (2)
(1) Abteilung für Onkologie, Universitätskrankenhaus, Örebrö, Schweden
(2) Sage Associates, Santa Barbara, Kalifornien, USA

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Biological effects from electromagnetic field exposure and public exposure standards >>> [157 KB]

Abstract

In den letzten Jahren ist die Öffentlichkeit in zunehmendem Maße besorgt wegen möglicher Gesundheitsrisiken durch extrem niederfrequente elektromagnetische Felder (ELF) und durch Strahlung der drahtlosen Kommunikation, die im Bereich der Funkfrequenzen/ Mikrowellenfrequenzen (RF) angesiedelt ist. Nicht-thermische biologische Effekte (bei niedriger Feldstärke) sind bei der Grenzwertfestlegung der Mikrowellenexposition nicht berücksichtigt worden, obwohl zahlreiche wissenschaftliche Berichte auf solchen Auswirkungen hinweisen. Der BioInitiative Report gründet sich auf internationalen Forschungen und staatlichen Richtlinien, um einen Überblick zu verschaffen über das, was über biologische Wirkungen bekannt ist, die bei der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF) mit geringer Feldstärke auftreten. Zu den gesundheitlichen Auswirkungen/Endpunkten, die laut Berichten mit extrem niederfrequenten elektromagnetischen Feldern und/oder Funkfrequenzen in Zusammenhang stehen, gehören Leukämie bei Kindern, Hirntumore, gentoxische Auswirkungen, neurologische Auswirkungen und neurodegenerative Erkrankungen, Fehlsteuerungen des Immunsystems, allergische und entzündliche Reaktionen, Brustkrebs, Fehlgeburten und einige Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Der BioInitiative Report kam zu der Schlussfolgerung, dass berechtigte Gründe für einen Risikoverdacht bestehen, was in klaren Beweisen von biologischen Auswirkungen begründet liegt, und zwar bei Belastungen, wie sie in der Umwelt tatsächlich vorkommen und bei denen durch längerfristige Exposition mit berechtigtem Grund von gesundheitlichen Auswirkungen ausgegangen werden kann. Bezüglich sehr niederfrequenter elektromagnetischer Felder sollte ein neuer, niedrigerer Grenzwert zum Schutz der Öffentlichkeit für solche bewohnte Gebiete angewandt werden, die an alle neuen oder aufgerüsteten Stromleitungen/Hochspannungsleitungen sowie an andere neu zu errichtende derartige Anlagen grenzen. Ein neuer, niedrigerer Grenzwert sollte auch in bestehenden Wohngebieten bei Kindern und schwangeren Frauen Anwendung finden. Ein Vorsorgegrenzwert sollte für die kumulative RF Indoor- und Outdoorexposition angewandt werden, wobei die Grenzwerte wesentlich niedriger angesetzt werden sollten als die gegenwärtigen; siehe dazu den BioInitiative Report. Die gegenwärtigen Richtlinien für die Mikrowellenexposition des Gehirns durch Handys betragen in den USA und Europa jeweils 1,6 W/Kg, bzw. 2 W/Kg. Da die Verwendung von Handys mit einem gestiegenen Hirntumorrisiko nach einem Zeitraum von 10 Jahren in Zusammenhang gebracht wird, ist eine neue Richtlinie, die auf biologischen Grundlagen beruht, begründet. Weitere gesundheitliche Auswirkungen, die mit der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern in Zusammenhang stehen und in dieser Zusammenfassung nicht erscheinen, finden sich im BioInitiative Report unter www.bioinitiative.org.